Der Devisenmarkt – auch Forex (Foreign Exchange) oder FX-Markt genannt – ist der mit Abstand größte Finanzmarkt der Welt. Mit einem täglichen Umsatz von über 7,5 Billionen US-Dollar (laut BIZ-Erhebung 2022) übertrifft er den Aktienmarkt um ein Vielfaches.
Struktur des Devisenmarktes
Dezentraler Markt
Anders als Aktienmärkte hat der Devisenmarkt keine zentrale Börse. Der Handel findet dezentral statt – über ein Netzwerk von Banken, Brokern und elektronischen Plattformen. Dies wird als Over-the-Counter (OTC)-Markt bezeichnet.
Handelszeiten
Der Forex-Markt handelt 24 Stunden am Tag, 5 Tage die Woche. Er folgt den Zeitzonen:
- Sydney: 22:00–07:00 Uhr MEZ
- Tokio: 00:00–09:00 Uhr MEZ
- London: 08:00–17:00 Uhr MEZ
- New York: 13:00–22:00 Uhr MEZ
Die Überlappung London/New York (13:00–17:00 Uhr MEZ) ist die aktivste und liquideste Phase des Handelstages.
Die meistgehandelten Währungspaare
Majors
Die sieben meistgehandelten Währungspaare werden als Majors bezeichnet. Sie beinhalten alle den US-Dollar:
| Paar | Spitzname | Anteil am Handel |
|---|---|---|
| EUR/USD | „Fiber" | ~23 % |
| USD/JPY | „Gopher" | ~14 % |
| GBP/USD | „Cable" | ~10 % |
| USD/CHF | „Swissie" | ~4 % |
| USD/CAD | „Loonie" | ~5 % |
| AUD/USD | „Aussie" | ~6 % |
| NZD/USD | „Kiwi" | ~2 % |
Crosses und Exoten
Crosses (Kreuzpaare) sind Paare ohne den US-Dollar, z. B. EUR/GBP oder EUR/CHF. Exotische Paare beinhalten eine Hauptwährung und eine Schwellenlandwährung, z. B. EUR/TRY oder USD/ZAR. Sie haben breitere Spreads und höhere Volatilität.
Frankfurt als Devisenhandelsplatz
Die Rolle Deutschlands
Frankfurt am Main ist nicht nur Sitz der EZB, sondern auch eines der wichtigsten europäischen Devisenhandelszentren. Die Deutsche Bundesbank veröffentlicht tägliche Referenzkurse, und zahlreiche internationale Banken betreiben in Frankfurt ihre Devisenhandelsabteilungen.
Deutschland ist außerdem eines der wichtigsten Clearingzentren für den Chinesischen Yuan in Europa – ein Zeichen der zunehmenden Internationalisierung der Renminbi-Währung.
Risiken und Absicherung
Wechselkursrisiko
Unternehmen, die international handeln, sind dem Wechselkursrisiko ausgesetzt. Ein deutscher Exporteur, der Waren in den USA verkauft und in Dollar bezahlt wird, verliert Geld, wenn der Euro gegenüber dem Dollar aufwertet.
Hedging-Strategien
Zur Absicherung stehen verschiedene Hedging-Instrumente zur Verfügung: Termingeschäfte (Forwards), Optionen und Swaps. Große Unternehmen wie Siemens, BMW oder BASF sichern routinemäßig Milliarden an Wechselkursrisiken ab.